Zum Inhalt
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist geprägt von Erfindungen, Entdeckungen, technischem Fortschritt und tiefgreifendem gesellschaftlichem Wandel. All dies findet seinen Niederschlag in der vielfältigen Literatur des Realismus. Florian Krobb breitet ein beeindruckendes Panorama der Themen und Motive dieser Epoche aus: Keltisches bei Gottfried Keller und Wilhelm Raabe, Musik, Homosexualität und Wallenstein-Anspielungen bei Theodor Fontane, die Auseinandersetzung mit der Dekadenz bei Ferdinand von Saar und Raabe. Er nimmt asynchrone oder asymmetrische Zeitgenossenschaften Raabes mit Carl Gutzkow und Gustav Frenssen unter die Lupe und erweitert den Rahmen dessen, was sich als realistisch geriert, um Karl Mays Weltunterwerfungs-Fantasie. Schließlich tritt die literarische wie musikalische Beschäftigung mit Themen und Anliegen des Realismus in den Blick: mit Paul Graeners Raabe-Musiken, Kenah Cusanits postkolonialem Orient auf den Spuren Raabes und Mays sowie Stephan Wackwitz’ Suche nach Schlesien im Gefolge Fontanes.